Gymnasium Bremervörde

Abiturienten besuchen die Gedenkstätte Bergen–Belsen

Im Rahmen ihres Kursthemas „Gedächtnis- und Erinnerungskultur“ fuhren die Leistungskurse Geschichte des 12. Jahrgangs, begleitet von den Lehrkräften Stefanie Heine, Gabriele Kranenberg und Peter Schwarz, am 20.03.2015 zur Gedenkstätte nach Bergen – Belsen.

Nach der Ankunft wurden die Gruppen durch die Mitarbeiter der Gedenkstätte empfangen und erhielten zunächst einen Einblick in die Entwicklung des KZ Bergen – Belsen.

Ab Beginn des Krieges diente Bergen-Belsen als Kriegsgefangenenlager für französische, belgische und ab 1941 für sowjetische Gefangene. Ab 1943 wurde es zum Konzentrationslager und ab 1944 Zielort zahlreicher Räumungstransporte mit Häftlingen aus frontnahen Konzentrations- und Vernichtungslagern. Insgesamt kamen in dem überfüllten Lager mehr als 52000 Menschen ums Leben. Nach Kriegsende 1945 wurde es mehrere Jahre als Auffanglager für displaced persons genutzt.

 

Anschließend erfolgte eine Führung fuehrungüber das ehemalige Lagergelände. Man konnte Barackenreste, eine ehemalige Latrine, die Reste des Küchengebäudes und einige andere Reste des Lagers besichtigen. Durch die Beschreibung der Funktion einzelner Bereiche des Lagers und dem Vorlesen von Tagebuchaufzeichnungen ehemaliger KZ-Insassen gelang es den Mitarbeitern in sehr anschaulicher Weise, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die menschenunwürdigen Lebensbedingungen und das Leiden der KZ-Insassen zu vermitteln.

 

Nach einer kurzen Pause erfolgte eine Einführung in die Ausstellung des 2007 erbauten Dokumentationszentrums. Ein besonderer Schwerpunkt der Dokumentation liegt auf den erschütternden Filmdokumenten der britischen Truppen, die bei der Befreiung des Lagers gedreht wurden. filmAn zahlreichen Stellen konnten zudem Zeitzeugeninterviews betrachtet werden, die von ihren individuellen Erlebnissen aus ihrer Zeit der Internierung und ihrem Leben nach der Befreiung berichten.

Nach dieser teilweise recht emotionalen Auseinandersetzung mit der Geschichte des KZ wurde die Außenführung unter dem Aspekt „Formen des Gedenkens“ fortgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler konnten mehrere Gedenksteine, Mahnmale u. ä. betrachten. Unter anderem war der Gedenkstein für Margot und Anne Frank Teil der Führung. Zum Abschluss bekamen die Gruppen die Möglichkeit, ihren Besuch kurz zu reflektieren.

 

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Insgesamt war der Besuch der Gedenkstätte eine sehr lehrreiche Exkursion, die die Schülerinnen und Schülern, die schon in Klasse 10 die Gedenkstätte Sandbostel besucht hatten, ein weiteres Mal mit der dunkelsten Seite der deutschen Geschichte konfrontierte und die Verantwortung der deutschen Nachkriegsgenerationen erneut bewusst machte.

G. Kranenberg / P. Schwarz