Gymnasium Bremervörde

Hoppla, jetzt bin ich da

Stempel AykaHallo, ich bin Ayka, eine Hollandse-Herder-Mix-Hündin. Hollandse Herder nennt man die holländischen Schäferhunde. Mein Papa war allerdings ein reinrassiger Malinois, das sind die belgischen Schäferhunde. Ich sehe aber vom Fell eher aus wie ein Holländer. Allerdings bringe ich auch von beiden Seiten meinen immer noch sehr hohen Arbeitseifer, meine Energie und Lernbereitschaft mit.

Ich bin 2008 im April geboren und wohne seit Sommer 2008 bei meinem Frauchen. Ihr kennt sie gut, sie ist hier am Gymnasium Lehrerin, seit einigen Jahren etwas mehr – ich glaube, Koordinatorin nennt sich das. Sie koordiniert auch meinen Einsatz in der hundegestützten Pädagogik. Gemeinsam mit meinem Frauchen, Frau Schlichting, darf ich nach dem Beschluss der Gesamtkonferenz im September diese Aufgabe hier wahrnehmen. Vielen Dank an alle dafür! Ich freue mich sehr darüber.

Aufmerksamkeit UnruheMeine Ausbildung habe ich 2014 und 2015 (damals noch auf Anregung von Frau Dr. Richlick) in diesem Bereich absolviert – gemeinsam mit meinem Frauchen natürlich. Wir bilden ein TEAM! Wir haben uns auch jegliche Arbeit dabei gut aufgeteilt: Frauchen musste die Theorieseminare besuchen, die schriftlichen Prüfungen schreiben, die wöchentlichen Hausaufgaben am PC erledigen und einschicken, die Termine für die praktischen Anteile hier vor Ort absprechen und mich zu den praktischen Seminaren, die verteilt über das ganze Bundesgebiet waren, fahren. Team bedeutet doch: „Toll, ein anderer macht’s!“ – Ach nee, das sollte es gerade nicht sein! Deswegen habe ich dort auch immer meinen Teil geleistet, ebenso wie hier vor Ort. Nach dem Prüfungsabschluss 2015 haben wir uns regelmäßig (mind. 1 x jährlich) mit einer Auffrischungsveranstaltung fortgebildet und ich habe meine Einsätze zunächst in Kindergärten, bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie einzelnen Privatpersonen und zur Unterstützung unseres Ausbildungsinstituts in Ausbildungsgruppen ausgeführt. Seit diesem Jahr darf ich dies offiziell hier in der Schule wahrnehmen. Mein Frauchen bildet sich dennoch weiter fort – Fernstudium der Tierpsychologie…also, ich bin darin ein Naturtalent! Aber seitdem durchschaut sie mich noch schneller… Naja, im Frühjahr ist sie auch damit fertig. Ich selbst bin zudem ausgebildet zum dualen Rettungshund (Flächensuche und individuelle Personensuche), seit 2014 überwiegend auf internationaler Ebene, und habe aber auch noch andere Fähigkeiten auf Lager. Voraussetzung für meine Anmeldung zur „Schulhund“-Ausbildung waren u.a. meine Begleithundeprüfung, eine enge Bindung zu meinem Frauchen, Toleranz gegenüber Kindern und Jugendlichen sowie die Tatsache, dass mein Frauchen eine pädagogische Berufsausbildung vorweisen konnte. Meine Erfahrung aus der Rettungshundearbeit hat mir dabei auch einige Dinge erleichtert.

Das heißt, egal, was man Sinnvolles lernt – alles kann man irgendwann für irgendetwas gebrauchen. Glaubt mir das! Ich lebe und lerne nach dem lehrreichen Zitat von Dale Carnegie: „Arbeite und lerne – und du kannst gar nicht verhindern, dass du etwas wirst!“ Daran solltet ihr euch auch halten! Demnächst verrate ich euch dann einmal ein Beispiel aus meinem Alltag dafür.

Pausen KuscheleinheitenMomentan werde ich in zwei Oberstufenkursen als „Indikator“ eingesetzt. Das heißt, mein Frauchen und die Schüler und Schülerinnen können an mir sensiblem Lebewesen genau ablesen, welche Atmosphäre gerade in der Stunde herrscht. Arbeiten die Jugendlichen konzentriert und leise, bin ich auch entspannt. Wird es dagegen unruhig, bin ich sofort aufmerksam. Ich weiß ja noch nicht, ob das gut oder schlecht ausgeht. Sollte es dann sehr ernst werden, fange ich an lustig zu werden, um die Schüler und Schülerinnen aufzuheitern und so die Betroffenheit zu neutralisieren oder den Ärger, der sich anbahnt. Bei richtigem Ärger (das merke ich eher als ihr Menschen – ich spüre es quasi) signalisiere ich mein Unbehagen auch anhand meiner Körpersprache. Dann merken die Schüler und Schülerinnen, dass sie jetzt lieber ganz genau zuhören sollten, was mein Frauchen erzählt. Anschließend wusele ich beschwichtigend durch die Reihen, damit sie wieder etwas lockerer werden. Denn wenn sie locker sind, beschäftigen sie sich mit mir in der Pause. Das mag ich natürlich sehr.

Demnächst fange ich auch in zwei 6. Klassen mit meiner Arbeit an. Zunächst in ausgewählten Stunden zu einem bestimmten Thema. Das darf ich hier aber noch nicht verraten. Davon berichte ich euch einfach beim nächsten Mal.

Ach ja, noch eine Bitte: Lasst doch nicht so viel von eurem Müll in den Decks oder im Klassenraum liegen! Ich weiß ja, dass ich das nicht fressen darf – aber für mich ist das echt gemein und für mein Frauchen oder die jeweiligen Klassen auch nicht schön. Denn alles, was ich entdecke, zeige ich entsprechend an und die anderen Schüler und Schülerinnen oder mein Frauchen selbst müssen es dann entsorgen. Das ist nicht nur eklig, glaube ich, wenn ich so die Gesichter von ihnen dabei sehe, sondern es kostet Zeit und es macht mich auch traurig. Denn andere zwei- oder vierbeinige Lebewesen hier auf unserer Erde kennen das gar nicht, Lebensmittel liegen zu lassen oder gar wegzuschmeißen – sie wären froh darüber, überhaupt Essen und Trinken zu haben. Darum tut mir einen Gefallen und achtet mehr darauf! Auch Kreidebrösel unter meinen Pfoten ist nicht sehr angenehm. Kümmert euch bitte darum, um mir meine Arbeit einfacher zu machen. Dann kann ich mich besser um das kümmern, wofür ich hier bin – meine pädagogische Unterstützung. Ich zähl‘ auf euch!!!Strandfoto Ayka

So, nun muss ich los – meine Hausaufgaben erledigen. Ich muss alle meine Tätigkeiten immer wieder in kleinen Sequenzen üben, damit ich dort nicht schwächer werde, sondern mein Können noch mehr präzisiere. So wie ihr auch eure Hausaufgaben erledigt, um Gelerntes immer wieder zu üben. Verdammt…wie geht denn dieser blöde Computer jetzt noch aus? Frauchen soll ja nicht wissen, dass ich ihn ab und zu benutze. Uups, da ist jetzt irgendetwas weg…aber psst, nichts verraten, dann verpetze ich euch auch nicht, versprochen!

Bis zum nächsten Mal,

Eure Ayka


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