

Vom 8. März bis zum 15. März 2026 fand der Frankreichaustausch statt. Gemeinsam mit Frau Verhoeven und Frau Hellmiß fuhren 24 SchülerInnen nach Roqemaure und Remoulins, zwei kleine Gemeinden im Süden Frankreichs – im Osten der Region Okzitanien, umgeben von der Provence und unweit des wunderschönen Mittelmeers. Die TeilnehmerInnen fassten ihre Eindrücke zusammen:

Ausflug zum Pont du Gard
Der erste Schultag begann damit, dass wir uns am Collège Voltaire in Remoulins trafen und dort ein paar Kennenlernspiele spielten. Von dort aus liefen wir gemeinsam zu Fuß zum Pont du Gard. Das Wetter war zwar nicht das beste, aber die Stimmung in der Gruppe war trotzdem sehr gut. Als wir dort ankamen, sahen wir uns die Brücke erst einmal von unten an. Danach liefen wir mit einer Tourguide über die Brücke und auf den anliegenden Hügel. Dort erzählte sie uns die Geschichte der Pont du Gard. Anschließend durften wir auch auf den obersten Teil der Brücke gehen. Dieser war früher eine Wasserleitung der Römer. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie gut diese Brücke immer noch erhalten ist. Wir liefen einmal komplett durch die Wasserleitung hindurch. Danach stiegen wir wieder nach unten hinab. Wir machten noch ein paar Fotos von der Brücke und der Landschaft. Zum Schluss gingen wir bei gutem Wetter gemeinsam zurück zur Schule. Es war ein sehr interessanter und schöner Ausflug. Die Pont du Gard war beeindruckend – so hoch und lang.

Französischer Schulalltag

Der Schulalltag in Frankreich unterscheidet sich in einigen Punkten von dem in Deutschland. Das ganze Schulgelände ist umzäunt – ohne eine Lehrkraft kann man weder heraus noch hinein. Eine Besonderheit ist außerdem ein spezielles Heft, das Carnet de correspondance, welches jede Schülerin und jeder Schüler besitzen. Dieses Heft dient quasi als Zugang zur Schule und enthält wichtige Informationen über den jeweiligen Tag. Der Unterricht kann sowohl um 8:00 Uhr als auch später beginnen, eine Stunde dauert 55 Minuten. Zu Mittag essen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam in der Kantine. Neben der festgelegten Hauptspeise gibt es auch häufig Salat, Baguette und Joghurt. Auch die Klassenräume unterscheiden sich etwas von unseren. Sie sind eher klein und jeder Raum ist nach dem jeweiligen Fach dekoriert, da hier jede Lehrkraft ihren eigenen Raum hat. Für den Großteil der SchülerInnen endet der Tag nicht vor 16:30 Uhr. Aus diesem Grund ist abends die einzige Zeit, die sie mit ihrer Familie verbringen können.

Ausflug nach Aigues-Mortes an Mittelmeer
Am Donnerstag fuhren wir nach Aigues-Mortes, einer kleinen Stadt in der Nähe des Mittelmeeres. Als wir ankamen, schauten wir uns die Festungsstadt und ihre Stadtmauern mitsamt der Türme an, die sehr groß und beeindruckend waren. Wir wurden in deutsch-französische Gruppen eingeteilt, um ein Quiz zu lösen. Die Gruppe, die in dem Quiz die meisten Punkte erzielte, gewann und bekam einen kleinen Preis. Die Stadt gefiel uns sehr, weil sie eine besondere Atmosphäre hatte. Besonders die alten Festungsmauern und ihre Türme wirkten sehr beeindruckend. Viele von uns stellten Fragen und interessierten sich für die Geschichte der Stadt. Das Quiz machte uns viel Spaß und wir arbeiteten gut in unseren Gruppen zusammen.

Am Mittag machten wir ein Picknick am Strand, wo wir alle zusammen etwas aßen, tranken und Zeit am Mittelmer bei Sonnenschein verbrachten. Danach gingen wir in ein Aquarium mit vielen verschiedenen Fischen, Haien und Korallen. Wir bestaunten die bunten Fische und Korallen, weil alle so einzigartig waren. Dann fuhren wir wieder mit dem Bus zurück nach Roquemaure und Remoulins. Über den ganzen Tag wurden viele Fotos gemacht und wir lernten viel. Am Ende des Tages waren wir zwar müde, aber auch sehr glücklich über die vielen Eindrücke.
Familienleben und Essen
In den französischen Familien fiel uns auf, dass alle abends zusammen aßen – morgens zum petit déjeuner dafür aber eher weniger, da ein gemeinsames Frühstück in Frankreich nicht sehr üblich ist. Die in Deutschland für Frankreich bekannten Croissants aßen die Familien seltener, allerdings gab es oft Baguette, das zum Frühstück oft mit süßem Belag, aber ohne Teller, gegessen wurde. Das Warten auf weitere Familienmitglieder vor dem Essen war weniger bekannt, meistens begannen sofort alle zu essen, sobald sie am Tisch saßen.
Da der Schultag sehr lang ist, essen viele SchülerInnen zum Mittag in der Kantine. Die Familie sieht man dann erst zur Hauptmahlzeit, dem warmen Abendessen, wieder. Abends und am Samstag, als wir zum Mittagessen zusammenkommen konnten, gab es neben der Hauptspeise sowohl ein Apéro, die Vorspeise, als auch ein Dessert. Die Ernährung war sehr ausgewogen und gesund – es gab alles, von Gemüse bis Fisch. Das Dessert bestand oft aus etwas Süßem, genauso wie beim Frühstück, da herzhaftes Frühstück in Frankreich eher weniger verbreitet ist. Währenddessen unterhielt man sich viel mit der Familie.
Auch Haustiere waren in vielen Familien nicht selten, viele verschiedene Tierarten leben in den Häusern. Auch sie sind ein kleiner Bestandteil des südfranzösischen Lebens.

Typisch französisch
Andere Länder, andere Sitten. Und so ist es auch in Frankreich. Ein typischer Tag begann funktional mit einem „Ça va?“ und süßem Gebäck. Auf dem Weg zur Schule, im gelben Licht der Straßenlaternen, bestaunten wir die schmalen südländischen Gassen mit ihren bunten Fensterläden.
Auf dem Schulgelände angekommen, fiel uns die Vielfalt der unterschiedlichen Styles unter den französischen Schülerinnen und Schülern auf: entweder sehr schick oder ganz lässig in Jogginghosen. Zum Mittagessen gab es ein festgelegtes Gericht, welches in der Kantine gegessen wird. Ein großer Unterschied ist zudem, dass es in den einzelnen Toilettenkabinen kein Toilettenpapier gibt. Dafür gibt es einen separaten Papierspender neben dem Waschbecken. Am Nachmittag ertönte in den sogenannten Magasins aus den Radios durch und durch französischer Rap. Am Abend wird in Frankreich sehr viel und meist werden mehrere Gerichte gegessen. Da der Schultag der Franzosen sehr lange dauert, wird oft sehr spät gegessen und selbst die kleinen Kinder blieben abends noch lange wach – weit über das letzte Stück Baguette hinaus.


Ausflug nach Avignon
Am Freitag waren wir in Avignon, wo wir den beeindruckenden Papstpalast besuchten. Dort konnten wir viel über die Geschichte lernen und außerdem viele schöne und sehr alte Malereien sehen. Danach gingen wir über die berühmte Brücke von Avignon, die heute nur noch zur Hälfte erhalten ist, von der man aber trotzdem eine sehr schöne Aussicht auf den Fluss Rhône hat. Begleitet von dem bekannten Lied „Sur le pont d’Avignon, l‘on y danse, l’on y danse“ konnten die Franzosen unsere Disco-Fox-Künste genießen.


Zum Abschluss des Tages besuchten wir einen großen Trampolinpark, wo wir uns viel bewegten und gemeinsam viel Spaß hatten. Zusammen mit unseren französischen AustauschpartnerInnen war die Stimmung sehr gut, sodass es ein rundum gelungener und aktiver Tag war.
Lustige Ereignisse
Während unseres Aufenthalts passierten einige wirklich lustige Situationen.
Ein französischer Junge übte mit der App Duolingo Spanisch. Eine deutsche Schülerin wurde neugierig und fragte ihn nach seinem Streak. Sie sagte auf Französisch: „Ton streak est quoi?“. Der Junge verstand die Frage jedoch völlig falsch. Offenbar dachte er, sie fordere ihn auf, seine Unterhose zu zeigen. Plötzlich zog er, ohne zu zögern, seine Hose ein Stück herunter und zeigte auf seine Unterhose, was für maximale Verwirrung sorgte. Die Situation war so unerwartet, dass niemand sofort wusste, wie er reagieren sollte. Erst danach wurde klar, dass er die Frage komplett missverstanden hatte.
Ein anderes lustiges Ereignis passierte auf dem Heimweg von der Schule. Eine deutsche Schülerin lief zusammen mit ihrer französischen Corres nach Hause. Unterwegs fragte die Französin, was das französische Wort „jolie“ auf Deutsch bedeute. Die deutsche Schülerin erklärte ihr, dass es „hübsch“ heißt. Später erzählte die Französin ihrer Mutter stolz, dass sie ein neues deutsches Wort gelernt habe. Leider hatte sie große Probleme mit der Aussprache. Statt „hübsch“ sagte sie nur etwas, das wie „ups“ klang. Ihre Mutter fragte verwundert, was dieses Wort bedeuten solle. Die deutsche Schülerin erklärte daraufhin, dass „ups“ eigentlich „hoppla“ heißt. Erst dann bemerkte die Corres das Missverständnis. Schließlich konnten alle darüber lachen, und sie lernte die richtige Aussprache von „hübsch“.
Insgesamt ermöglichte der Austausch allen Beteiligten einen besseren, tieferen Einblick in die französische Kultur, als man ihn auf einer touristischen Reise bekommen kann. Es wurden Freundschaften geschlossen und viele tolle Erinnerungen geschaffen.